Aktuelle Workshops im Sommersemester 2016

Ein Orchester zur Hand – von Templates und Technik

Der Workshop mit Tobias Escher beschäftigt sich in zwei Blöcken mit der Konzeption und der praktischen Anwendung von Orchester-Templates. Ziel ist ein spielfertiges Setup, das für eine breite Palette an Genres alle nötigen Werkzeuge bereitstellt, ohne durch Suchen nach Patches oder langes Tweaking die Inspiration vergessen zu lassen. Anhand der Orchestral Tools Berlin Strings werden Workflows für effiziente Ressourcennutzung aufgezeigt, ebenso wie kreative Bearbeitungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit verschiedener Samplingkonzepte wird ebenso behandelt wie die Platzierung im Raum, der Umgang mit den speziellen Vor- und Nachteilen von Samples und die Wartung und Erweiterung eines Setups. In einem Praxisteil werden die besprochenen Konzepte angewandt und es bleibt Raum für individuelle Fragen.

Tobias Escher, geboren 1986 in Frankfurt am Main, studierte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Musikwissenschaft und Anglistik (M.A. 2012) sowie klassische Komposition am Peter Cornelius-Konservatorium Mainz bei Gerhard Fischer-Münster. Von 2004 bis 2006 machte er die C-Ausbildung zum Kirchenmusiker in Orgelspiel und Chorleitung am Institut für Kirchenmusik des Bistums Mainz. 2013 erlangte er ein Diploma in Music for the Media und Cinematic Orchestration bei Thinkspace Education und forscht derzeit an seiner Dissertation über Musik in J.R.R. Tolkiens Legendarium an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Seit 2006 ist er als Organist und Chorleiter tätig, war 2011 Preisträger der Orchesterwerkstatt Halberstatt und arbeitet als Komponist für Konzertmusik wie auch Medienprojekte. Neben seiner Tätigkeit als Kopist und Orchestrator hält er Seminare zu Themen der Musiktechnologie und Notation.
Tobias Escher arbeitet als QA Lead und Supportleiter bei Orchestral Tools, einem führenden Hersteller von orchestralen Sample-Libraries. Mit OrchestralTemplates.com leitet er einen Consulting-Service für Komponisten, der neben schlüsselfertigen Arbeits-Setups auch individuelle Software zur Verfügung stellt.

Ansprechpartner für diesen Workshop: Dr. Raphael D. Thöne

Datum: Fr., 15.04.2016
Zeit: 9:00 - 16:00 Uhr
Ort: MediaLab, Seelhorststraße 3

Bandworkshop mit Fly Magic

Timo Vollbrecht (sax, kl, Effekte), Keisuke Matsuno (git, Effekte), Sam Anning (b), Sebastian Merk (dr)
Thema: The Big Picture

Ziel des Workshops ist das Erkennen der Chancen, als Jazzmusiker in einer globalisierten, verknüpften und hoch diversen Welt zu arbeiten und vor diesem Hintergrund eine künstlerische Identität zu entwicklen. Timo Vollbrechts Quartett Fly Magic verbindet Einflüsse aus Jazz, Post-Rock, Minimalism, Song-Formen, Klassik und Experimentellem. Vollbrecht stellte bewusst eine Gruppe mit unterschiedlichen Nationalitäten und kulturellen Herkünften zusammenen (D, Austalien, Japan und USA).

Timo Vollbrecht wird vom Deutschen Konsulat als eine der wichtigsten Stimmen des aufstrebenden deutschen Jazz bezeichnet. Beliebt für seinen warmen Sound, veröffentlichte der Saxofonist und Komponist sieben Alben und erhielt zahlreiche Preise. Er spielte mit Branford Marsalis im Village Vanguard, mit Kenny Werner, Randy Brecker, Joe Lovano, Calos Bica und Pop-Ikone Robbie Williams. Mit einem Flubright-Stipendium ausgezeichnet, studierte der gebürtige Niedersachse am Jazz Institut der UdK in Berlin sowie an der New York University Saxofon und Komposition. Er ist Dozent und PhD an der NYU.
Keisuke Matsuno ist ein Sound Artist. Der aus Berlin stammende Sohn japanischer Eltern studierte Gitarre an den Musikhochschulen in Weimar, Luzern und New York und hat sich in der internationalen Musikszene durch sein Talent für die Kreation vo Klanglandschaften einen Namen gemacht. Er ist Mitglied in Jim Blacks neuer Band "Smash and Grab", spielte mit Dave Liebmann, Chris Cheek, Till Brönner und gab 2011 sein Debüt in der Carnegie Hall.
Sam Anning ist einer der führenden Jazzmusiker Australiens und gehört zu den gefragtesten Bassisten New Yorks und ist regelmäßig in Deutschland und Europa auf Tournee. Er gewann den 2008 Bell Awards for Young Jazz Musician of the Year und den 2010 Bell Award for Classical Jazz Album of the Year. Internationale Konzertreisen beinhalteten Zusammenarbeiten mit Joe Lovano, Charlie Haden, Ari Honig und Sheila Jordon.
Prof. Sebastian Merk gehört zu den führenden Schlagzeugern Deutschlands und ist Professor an der Musikhochschule in Dresden. Er arbeitete mit Johannes Enders, Kurt Rosenwinkel, Lee Konitz, Spaniol4, Bartmes und Sebastian Studnitzky zusammen.

Datum: Do., 28.04.2016
Zeit: 10:00 - 17:00 Uhr
Ort: Tonstudio, Emmichplatz 1

Trio-Workshop mit dem Diego Piñera Trio

Diego Piñera (dr), Donny McCaslin (sax), Phil Donkin (kb)

Der deutsch-südamerikanische Schlagzeuger Diego Piñera wuchs in Montevideo (Uruguay) auf und lebt seit 2001 in Berlin. Er studierte Schlagzeug am Berklee College of Music (USA), an der University of Music in Havanna (Cuba) und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. Er erhielt Unterricht mit Danilo Perez, Bob Moses, Jose Luis Quintana „Changuito“ und Kenwood Denard. 2014 hat er die Jazzthing Nextgeneration Series „Strange Ways“ aufgenommen und wurde für den ECHO 2015 nominiert, in der Kategorie „Bester Instrumentalist des Jahres".
Als Sideman spielte er mit Musikern wie Jerry Bergonzi, Danilo Perez, Hans Glawischnig, Dan Tepfer, Alex Sipiagin, Miguel Zenon, Wilson de Oliveira, Tony Lakatos, Nene Vazquez, Joe Gallardo, Katja Riemann, Nils Wogram, Leon Gurvitch und Paul Brody. Seinen Kompositionen hört man eine neue ungewöhnliche Herangehensweise an den Latin Jazz an. Mal rückt er diesen nah an den Pop und Modern Jazz heran, mal konzentriert er sich auf die ursprüngliche, vielschichtige Rhythmik dieser Improvisationsmusik. Trotzdem ist Piñera’s Spiel stets verhaftet in der lateinamerikanischen Musiktradition.

Der Tenorsaxofonist Donny McCaslin spielte u.a. in den Big Bands von Gil Evans und Maria Schneider, elf Alben hat er unter eigenem Namen aufgenommen. Für seine Performanz auf dem Album „Concert in the Garden“ wurde er für den Grammy nominiert, in der Kategorie „Best Jazz Instrumental Solo”.

Der Brite Phil Donkin zählt derzeit zu den besten europäischen Kontrabassisten. Zunächst in der britischen Musikszene aktiv, zog er 2010 nach New York und arbeitete u.a. mit Ben Monder, Kevin Hays, Adam Rogers, Mark Turner, Seamus Blake, Steve Cardenas, Bruce Barth und Edward Simon zusammen.

Das neueste CD-Projekt des Diego Piñera Trios erscheint im März 2016: „My picture“.

Datum: Mo., 9.05.2016
Zeit: 10:00 - 17:00 Uhr
Ort: Tonstudio, Emmichplatz 1

Notations-Workshop mit Lutz Krajenski – “Leadsheets Masterclass“

In seiner über zwanzigjährigen Musikertätigkeit hat Lutz Krajenski in unzähligen Projekten und Produktionen Erfahrungen gesammelt, die er weitergeben möchte. In diesem Workshop geht es um das Notenschreiben – also die reine Technik der Notation, nicht das kreative Arbeiten wie komponieren oder arrangieren. Den Schwerpunkt bildet hierbei die Arbeit an Leadsheets und Rhythmusgruppennoten.

Ziel ist es, jungen Künstlern ein Rüstzeug mit auf den Weg zu geben, um sich im harten Musikeralltag zu behaupten, indem effiziente und zielorientierte Praktiken trainiert und verfeinert werden, die die eigene Arbeit erleichtern und das Zusammenspiel mit anderen Musikern optimieren. Das gegenseitige Zuhören, Überprüfen und Bewerten der Kursteilnehmer bildet einen Kern des Workshops, um die Antennen und das Gespür für den Umgang mit Mitmusikern zu schulen.

Der Workshop gliedert sich in drei Teile: Theorie, Analyse und Selbst schreiben.

Lutz Krajenski, der seine ersten musikalischen Gehversuche bereits im Alter von 4 Jahren unternahm, studierte Musikpädagogik/Popularmusik mit dem Hauptfach Keyboard/Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Als Arrangeur war Lutz außer für seine eigenen Projekte in den letzten Jahren u. a. für die Expo 2000, das ZDF, den Friedrichstadtpalast Berlin, den SWR, die Thilo Wolf Big Band und Pepe Lienhard tätig.

Als Pianist, Organist und Keyboarder arbeitete er mit Künstlern wie Randy Crawford, Stefan Gwildis, Jan Delay, Annett Louisan, Omar, der NDR- Bigband, Johannes Oerding, Das Bo, Dominik Horwitz, Roachford,Thomas Quasthoff, Joja Wendt, Tom Jones und Carl Keaton Jr., Ulrich Tukur und Jasmin Tabatabai. Als Roger Cicero im Jahr 2005 seine überragende Solokarriere startete, ist Lutz Krajenski als musikalischer Direktor, Pianist, Arrangeur und Bandleader seiner Big Band von Anfang an dabei. Als Musical Director betreute Lutz Krajenski darüber hinaus Projekte wie „Urban Mashup“, „Session Possible“, Ulrich Tukur´s „Mezzanotte“ sowie seine eigene Bigband.

Datum: Mi., 8.06.2016
Zeit: 11:00 - 17:00 Uhr
Ort: Tonstudio, Emmichplatz 1

Gesangs-Workshop mit Céline Rudolph - "Brazilian Vocal Jazz & Improvisation"

Im Fokus des Workshops stehen die Themen “Improvisation” und “Brasilianischer (Vocal) Jazz”.

Céline Rudolph studierte Jazzgesang und Kompositionslehre an der Hochschule der Künste Berlin bei David Friedman, Jerry Granelli, Kirk Nurock sowie Catherine Gayer (klassischer Gesang).
1990 gründete sie zusammen mit dem Pianisten Volker Kottenhahn, dem Bassisten Dirk Strakhof und dem Schlagzeuger Johannes Bockholt ihre erste Band Out of Print. In der Folge arbeitete sie mit Musikern wie Bob Moses, Anthony Cox, Marc Ducret und Gary Peacock. 1995 studierte sie bei dem afrikanischen Perkussionisten Famoudou Konaté.

Ende der 1990er Jahre übersiedelte sie nach Köln, wo sie im Duo mit Christian Thomé auftrat. Mit der Gruppe Fábula gewann sie 2001 den Preis JazzArt – Musik des 21. Jahrhunderts und im gleichen Jahr mit der Gruppe Mosaïq den Wettbewerb der Szene Nordrhein-Westfalen bei den Leverkusener Jazztagen. Daneben arbeitete sie mit Lauren Newton, Gabriele Hasler, Bobby McFerrin, Lee Konitz, David Friedman und dem United Women’s Orchestra. Sie wirkte auch in Crossover-Projekten mit wie der Bearbeitung von Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire durch Peter Fulda, der Rundfunkproduktion Barock meets Jazz mit Gérard Lesne und der Einspielung von Moritz Eggerts Komposition Wide Unclasp.

Seit 2003 ist sie Professorin für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. 2004 wurden ihre Kompositionen bei der Kölner Triennale vom Cologne Contemporary Jazz Orchestra aufgeführt. 2010 wurde Céline Rudolph für ihre in Brasilien produzierte CD „Metamorflores“ mit dem ECHO Jazz als „Beste Sängerin National 2010“ ausgezeichnet.

Datum: Mo., 27.06.2016
Zeit: 12:00 - 18:00 Uhr
Ort: Tonstudio, Emmichplatz 1

Nachwuchsförderung trifft auf exklusiven Konzertabend

Workshop im Rahmen der POP. Conference

Die POP. Conference holt renommierte Künstler für einen Workshop inklusive einzigartigem Konzert in die Sennheiser Studios am Weidendamm und ins MusikZentrum Hannover. Neben seiner Rolle als außergewöhnlicher Künstler tritt der Musikact für einen Tag auch als Dozent in Erscheinung und gibt Newcomer-Bands und jungen Künstlern der städtischen Szene konkrete, branchenorientierte, inhaltliche Einblicke in typische Arbeitsweisen und Strukturen der Musikindustrie. Den Tag rundet ein ganz besonderes Konzert im MusikZentrum ab, bei dem ein Act des Popinstitutes zusammen mit den Künstlern performt. Ganz besonders freuen wir uns bei der ersten Ausgabe auf Eva und Philipp Milner von HUNDREDS.

Mit dem Video zu "I Love My Harbour", eine Liebeserklärung an den Hamburger Hafen, treten hundreds Ende 2009 erstmals musikalisch öffentlich in Erscheinung. Im Frühjahr 2010 folgt das den Bandnamen tragende Debut-Album‚ welches international auf große Anerkennung stößt. Bis zur Veröffentlichung ihres 2. Studioalbums "Aftermath" im Frühjahr 2015, touren die Milners durch Deutschland und Europa und spielen auf allen namenhaften Festivals. Seit Beginn ihrer Karriere arbeiten hundreds mit dem Berliner Independent-Label "Sinnbus" zusammen, veröffentlichten neben den genannten Platten auch ein Remix-Album sowie insgesamt sieben Singles. Für ihr Video zur Single "Ten Headed Beast" werden sie 2015 für den Echo nominiert. Kurz darauf folgt eine Akustik-EP, für das bereits veröffentlichte Songs neue arrangiert werden.

Mit melancholischer, träumerischer Entspanntheit, verspielter Elektronik, individuell eingesetzten organischen Piano-Klängen und einem angenehm warmen Grundsound, zeichnet das Geschwisterpaar Eva und Philipp Milner eine monumentale Soundlandschaft, die zwischen schweren Beats und orchestraler Wucht auf der einen und einer sanften, klaren Stimme mit überzeugenden, intelligenten englischen Texten auf der anderen Seite balancieren. Ihre Produktionen sind bis ins kleinste Detail ausgefeilt - und verlaufen von Demoaufnahmen über Arrangement bis hin zum fertigem Mix stets in kompletter Eigenregie ab.

Das Geschwister-Duo gibt einen Einblick in ihr musikalisches Schaffen sowie ihren Werdegang und arbeitet anschließend an ausgewählten Produktion von Studenten des Popinstitutes.

Datum: Fr., 8.07.2016
Zeit: 10:00 - 17:00 Uhr
Ort: Sennheiser Studios, Weidendamm 8

Workshopbeauftragter

Markus Horn
Emmichplatz 1
30175 Hannover

E-Mail senden
Telefon: +49 (0)511 2831 722

 

Zuletzt bearbeitet: 14.06.2016

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